Beitrags-Archiv für die Kategory 'Historisches'

Ausstellung: Schloß Friedrichstein

Sonntag, 22. Januar 2012 18:16

Endlich auch in Düsseldorf: die Ausstellung “Schloß Friedrichstein in Ostpreußen und die Grafen von Dönhoff” ist bis zum 23.3.12 im Gerhart-Hauptmann-Haus zu sehen.

www.g-h-h.de

Anbei zwei Bilder, die ich bei meinem letzten Besuch in Friedrichstein 2007 aufgenommen habe.  Vom Schloß blieb nur ein Gewölbekeller übrig, während einige der Nebengebäude noch erhalten sind und heute noch genutzt werden.

In einem der Nebengebäude ist ein kleines Dönhoff-Museum eingerichtet.

Kellergewölbe des ehemaligen Schlosses

Nebengebäude

Thema: Allgemein, Erkundungen, Historisches, Königsberger Gebiet, Menschen, Ostpreussennews | Kommentare (0) | Autor: Jenny Wennmacher

Dieses Buch hat noch gefehlt!

Dienstag, 17. Mai 2011 10:22

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Erlebnissberichte über die Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen gibt es viele. Hier liegt nun allerdings ein Bericht vor, der das Geschehen aus der Sicht eines Kindes schildert.

Gunter Nitsch floh siebenjährig mit seiner Familie aus Langendorf bei Schippenbeil. Er schildert in seinem Buch “Die lange Flucht aus Ostpreußen” die Geschichte seiner Familie, die auf ihrer Flucht nicht in den Westen gelangte, sondern von den Russen im später russischen Teil Ostpreußens verschleppt wurde. Ihre Flucht sollte erst 3 1/2 Jahre später enden.

Nitsch entführt uns zunächst auf das Gut seines geliebten Großvaters. Er beschwört eine heile Welt herauf, wo selbst ganze Armeen von Fliegen noch durch den Geruch von gebratenem Speck und Tilsiter Käse angelockt werden. Doch auch hier bricht eines Tages die ganze Gewalt des Krieges mit all seinen Folgen über die Familie herein. Und so müssen auch sie fliehen. Sie gelangen über das zugefrorene Haff nach Palmnicken, wo sie der russischen Armee in die Hände fallen und von Ihnen bis ins innere Ostpreußen auf eine Kolchose in der Nähe des Deimeflusses zur Zwangsarbeit deportiert werden.

Unter unmenschlichen Bedingungen müssen nicht nur die Erwachsenen arbeiten, auch die Kinder versuchen verzweifelt das Lebensnotwendigste zu “organisieren”. Das alles beherrschende Thema des Buches ist: wie kann ich überleben?

Erst als Jahre später die ersten Neusiedler dort eintreffen, werden die Deutschen nicht mehr gebraucht, und die Familie wird nach Ostberlin ausgewiesen. Von dort aus geht die Flucht weiter in den Westen.

Nitsch schreibt aus der besonderen Sicht eines Kindes, was ihm auch sprachlich sehr gut gelingt. Sein Buch liest sich stellenweise wie ein großer Abenteuerroman.

Kinder leben in der Regel im Hier und Jetzt. Und so schreibt Nitsch auch. Das alles beherrschende Thema, das ihn beschäftigt ist: wie kriege ich etwas zu essen? Wie ein roter Faden zieht sich dieser schmerzliche Hunger durch das ganze Buch.

Wir wissen wenig darüber, wie es nach dem Krieg im russischen Teil Ostpreußens war. Hier nun erfahren wir am Beispiel dieser Familie, wie es zumindest auf dem Land war. Das ist für mich das Besondere dieses Buches. Auch das meist harte, aber auch dann wieder gute Zusammenleben mit den russischen Neubürgern schildert er in diesem Buch sehr ausgewogen. Beiden Seiten gemeinsam war in der Regel, daß sie nichts hatten.

Ich (gebürtig aus Ostpreußen, Jahrgang `43) habe das Buch in 2 Tagen gelesen oder besser gesagt verschlungen, um es nach einigen Wochen noch einmal zu lesen. Und erneut hat es mich tief berührt. Ich glaube, die wenigsten Menschen machen sich eine Vorstellung davon, was Kinder damals ertragen mußten.

Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.

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Gunter Nitsch

Eine lange Flucht aus Ostpreußen

Mit einem Vorwort von Arno Surminski

Ellert & Richter Verlag

April 2011

384 Seiten, 19,95 Euro

Thema: Buchbesprechungen, Historisches, Königsberger Gebiet, Masuren, Menschen, Polnisches Gebiet | Kommentare (1) | Autor: Jenny Wennmacher

Neuerscheinung: Arno Surminski

Samstag, 2. Oktober 2010 18:58

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In seinem vor wenigen Wochen erschienenen Buch “Winter Fünfundvierzig oder die Frauen von Palmnicken” kehrt der bekannte und beliebte Autor Arno Surminski in seine ostpreußische Heimat zurück.
Es dürfte für ihn ein schwerer Gang zurück in die Vergangenheit gewesen sein, mußte er doch selbst als Elfjähriger, nach der Deportation seiner Eltern in die Sowjetunion, fliehen. Er sollte seine Eltern nie wiedersehen.

Angeregt, sich diesem Thema zu widmen, wurde er zweifellos durch das Buch von Martin Bergau “Der Junge von der Bernsteinküste”. Bergau schildert darin, wie er als 16-jähriger Hitlerjunge in Palmnicken noch kurz vor dem Ende der Nazidiktatur Zeuge des Mordes an ca. 3000 zumeist jungen Frauen wurde.

Surminski setzt nun diesen Frauen 65 Jahren nach diesem schrecklichen Massaker ein Denkmal, und Dank seiner Popularität und seines Bekanntheitsgrades bewahrt er sie endgültig vor dem Vergessen.

Sehr nahe am tatsächlichen Geschehen schildert Surminski in seinem bewegenden Roman das Leben, den Leidensweg aber auch die Hoffnungen von vier jüdischen Frauen, die aus dem Ghetto Lodz in Außenlager des Konzentrationslagers Stutthoff deportiert wurden. Bei bitterster Kälte wurden sie dort mit ca. 5.000 anderen Häftlingen von der SS erst nach Königsberg und dann nach Palmnicken getrieben. Ca. 2.000 starben bereits unterwegs und die Übrigen wurden dort kaltblütig ermordet.

Er verbindet geschickt das Schicksal dieser Frauen mit dem Leid der Flüchtlinge, die sich vor den heranrückenden Russen in Sicherheit bringen wollen. Allen ist eines gemeinsam: Sie wollen überleben.

Wieder nahe an der überlieferten Wirklichkeit zeichnet er auch ein Bild der Menschen, die sich diesem Regime zu wiedersetzen versuchen.

Wer, der in der Nazizeit oder kurz danach geboren wurde, hat seine Eltern oder Großeltern nicht gefragt: ” Was habt Ihr denn während dieser Zeit gemacht?”

So läßt auch Surminski in seinem Roman Max Broder sich nach dem Tod seines Vaters fragen, was dieser wohl während der Naziherrschaft gemacht hat, und ob er schuldig wurde, da er zu Lebzeiten darauf nie eine Antwort bekam.

Er begibt sich auf Spurensuche nach Palmnicken.

In seinem Roman verwebt Surminski geschickt Fiktion und Wirklichkeit und schafft es trotz aller Tragik noch, bei allem Grauen, die Schönheiten Ostpreußens durchscheinen zu lassen.

Er überschreibt ein Kapitel seines Buches mit dem Vers “Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen” (Offenbarung Kapt. 7, Vers 17). Dieser Vers gilt eigentlich für das ganze Buch.

Für dieses Buch ist Arno Surminski zu danken.

Rezension: Jenny Wennmacher

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Arno Surminski

Winter Fünfundvierzig oder die Frauen von Palmnicken

Ellert & Richter Verlag

August 2010

336 Seiten, 3 Karten, 19,95 Euro

Thema: Buchbesprechungen, Historisches, Königsberger Gebiet, Menschen, Ostpreussennews | Kommentare (0) | Autor: Jenny Wennmacher

Surminski, Arno: “Das alte Ostpreußen”

Sonntag, 30. März 2008 18:05

Arno Surminski

“Das alte Ostpreußen”Die Literatur über Ostpreußen ist inzwischen unüberschaubar.

Reiseführer reihen sich an historische Beschreibungen, vieles wiederholt sich und doch findet man von Zeit zu Zeit noch ein Buch, das gänzlich neue Einblicke liefert.

Ein solches Werk ist “das alte Ostpreußen” von Arno Surminski, erschienen 2007 im Ellert & Richter Verlag.

Der Name des Autors läßt eher einen Roman über die Idylle des vergangenen Ostpreußen erwarten, doch weit gefehlt!

In diesem Werk geht es weniger um Text als um beeindruckende Fotografien.

Surminiski nimmt sich als Schriftsteller in diesem durchgehend bebilderten Bildband weit zurück.

Stattdessen sind die schwarz/weißen Bilder aus dem Archiv des Königsberger Denkmalamtes aus der Zeit von 1880 bis 1943 der eigentliche Schatz dieses Buches.

Bilder, die einst von professionellen Fotografen aufgenommen wurden um die Geschichte Ostpreußens zu dokumentieren, gewähren im Nachhinein einen tiefen Blick in das Ostpreußen der Jahrhundertwende.

Ein Glücksfall der Geschichte, war doch seinerzeit nicht absehbar, daß das beschauliche Ostpreußen sich Jahrzehnte später dramatisch wandeln würde.

Der erste Teil des Bandes ist den einzelnen Regionen des alten Ostpreußen gewidmet, im zweiten Teil stehen die verschiedenen Motive im Vordergrund.

Surminski führt in jedes Thema kurz ein, doch ansonsten wirken die Bilder, versehen mit informativen Untertiteln.

Und während man von Seite zu Seite tiefere Einblicke in das Ostpreußen von hundert Jahren bekommt, kommt einem vieles aus heutiger Sicht bekannt und vertraut vor und damit die Erkenntnis: Ostpreußen hat sich gewandelt, gestorben ist es nicht.

ISBN 978-3-8319-0288-0

19,90 Euro

Rezension: Oliver Wennmacher

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Thema: Allgemein, Buchbesprechungen, Historisches, Königsberger Gebiet, Litauen, Polen | Kommentare (0) | Autor: Jenny Wennmacher

Privatmuseum

Montag, 24. Dezember 2007 18:11

Heimatstube

Unweit von Nikolaiken hat ein deutsches Ehepaar, das in Ostpreußen verblieben ist, auf dem eigenen Hof neben einer Pension ein sehr umfangreiches und liebevoll eingerichtetes privates Heimatmuseum eingerichtet.
Ein typisches Beispiel, wie sich die touristische Infrastruktur insbesondere durch private Initiative stetig entwickelt.

Thema: Erkundungen, Historisches, Polen, Polen heute, Tourismus | Kommentare (0) | Autor: Jenny Wennmacher

Straßendorf

Samstag, 22. Dezember 2007 23:51

Haus mit Storch

Ostpreußen 2006

Abseits der Hauptstraßen findet sich noch immer ostpreußische Idylle mit kleinen Straßendörfern, alten Alleen und bäuerlichen Strukturen.
Eine Lebensform, die zeitlos wirkt, im Einklang mit der Natur.
Wobei in vielen Fällen die wirtschaftliche Situation dahinter unsichtbar bleibt, und die Bewohner weit weg von zuhause Ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.

Thema: Historisches, Polen, Polen heute | Kommentare (0) | Autor: Jenny Wennmacher

“Altstadt von Elbing”

Samstag, 22. Dezember 2007 23:45

Abend in Elbing

Elbing 2006

Die Altstadt von Elbing wurde im zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört. Neben der nach dem Krieg völlig neu entstandenen modernen Stadt wird im Domviertel bereits seit den frühen 80er Jahren die historische Altstadt liebevoll wieder aufgebaut.
Teils in historischer Anlehnung, teils in historisierender Bauweise mit Einflüssen postmoderner Architektur.

Thema: Historisches, Polen, Polen heute | Kommentare (0) | Autor: Jenny Wennmacher

Ausstellung in MG Waldhausen & Bürkel

Samstag, 22. Dezember 2007 23:32

Poster“Kunst trifft Kommerz” dachte sich das Mönchengladbacher Autohaus Waldhausen und Bürkel und kombinierte die Vorstellung der neuen Audi-A4 Limousine mit der bislang umfangreichsten Ausstellung meiner Bilder.Die Ausstellung wurde am 7. Dezember 2007 eröffnet, der Zuspruch war gewaltig1Offensichtlich lockt diese Kombination.Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Januar 2008 zu sehen, jeweils zu den üblichen Öffnungszeiten:Mo-Fr.: 9.00 - 18.30 UhrSa.: 9.00 - 16.00 UhrSo.: 11.00 - 16.00 Uhr

Thema: Allgemein, Erkundungen, Historisches, Kulinarisches, Königsberger Gebiet, Litauen, Menschen, Polen, Polen heute, Tourismus | Kommentare (0) | Autor: Jenny Wennmacher

Willkommen in meiner Heimat!

Donnerstag, 20. Dezember 2007 23:01

Seit ich 1943 in Marienburg (Ostpreußen) geboren wurde, und wie Millionen andere meine Heimat verlassen mußte, sehne ich mich nach diesem Land. Ab 1989 habe ich deshalb die wiedergewonnenen Freiheiten regelmäßig genutzt, das alte Ostpreußen wieder zu besuchen, Altes und Neues zu entdecken, und mit den alten und den heutigen Bewohnern in Kontakt zu treten.
Als Fotografin habe ich dabei natürlich meine Impressionen im Bild festgehalten, Geschichte, Menschen und Natur in Ihrem Reichtum eingefangen.Dabei habe ich gemerkt, daß Bilder aus Ostpreußen weit mehr sind, als Bilder einer vegessenen Landschaft. Weit über den sichtbaren Inhalt hinaus mischen sich bei Menschen, die wie ich Ihre Heimat verloren haben die Bilder auf dem Papier und die Bilder der Erinnerung zu ganz neuen Bildern.

Deshalb habe ich diese Seite geschaffen, um Sie teilhaben zu lassen an der Vielfalt und Kraft der ostpreußischen Landschaft, seiner Menschen und seiner Geschichte.

Leider kann ich hier nur einen kleinen Ausschnitt meiner Fotografien zeigen.

Sollten sie Interesse haben an Bildern zu bestimmten Landschaften, Bauwerken und Erinnerungen, helfe ich Ihnen gerne.

Sei es:

• als persönliche Erinnerung
• zur Illustration von Büchern, Artikeln und Vorträgen
• als Forschungsarbeit zu einem bestimmten Thema
• oder auch für künstlerische Zwecke

Diese Seite wird in Zukunft weiter ausgebaut. Doch schon jetzt können Sie mich kontaktieren unter mail(at)ostpreussenbilder.de

und vielleicht gelingt es mir, auch Ihnen mit Bildern unserer Heimat eine Freude zu machen, und Erinnerungen zu wecken.

Herzlichst,

Ihre Jenny Wennmacher

Thema: Allgemein, Erkundungen, Historisches, Kulinarisches, Menschen, Polen heute, Tourismus | Kommentare (0) | Autor: Jenny Wennmacher